Kein Monopol für Apple im E-Learning-Bereich? Eine bodenständige Kritik an Apple

Hallo,

als Apple vor einigen Tagen auf einem Event iBooks 2 vorstellte, war schon zu Anfang die Stimmung ziemlich gespalten.
Als ehemaliger iPod Touch und nun iPhone-Nutzer bin ich eigentlich seit langer Zeit von Apple angetan.
Doch in letzter Zeit entwickelt sich immer mehr eine Abneigung gegenüber Apple bzw. eine Art Verachtung.
Angefangen hat dies mit den diversen Patentstreitereien, mit denen Samsung geschadet werden soll, wobei viel Geld in der Rechtsabteilung verbrannt wird. Als Technologie-Unternehmen sollte Apple stets zukunftsbedacht agieren. Es ist klar, dass man seine Patente und Ideen schützen möchte, doch ich bin mir absolut sicher, dass man einfach nicht Millionen dafür verbraten sollte, um klitzekleine und teilweise wirklich unwichtige Patente vor Gericht einzuklagen, die nicht einmal einen wirklichen Schaden verursachen.

Doch ich schweife ab.
Also, was wurde auf dem Education-Event vorgestellt?
Auf iTunes U, eine kostenlose Anwendung für Uni-Material, möchte ich nicht eingehen. Da diese kostenlos ist, finde ich sie gut, dass man mit solchen Angeboten vor allem Studenten an eine Marke binden möchte, finde ich völlig legitim und ist in Ordnung.
Mein Augenmerk richtet sich auf die Mac App iBooks Author und iBooks 2 .
Wer genauere Infos zu den Apps sucht, der möge sich bei den Experten von Netbooknews einlesen.

Zu faul um alles zu lesen? Also: Apple möchte interaktive Bücher auf den Bildungsmarkt werfen und das klassische Lehrbuch ablösen. Dabei setzt man natürlich auf das iPad als Vertriebsplattform. Dies klingt ja eigentlich ganz gut.
Als Fan von Apple, der trotzdem kritisch ist, liegt für mich eindeutig die Problematik darin, wie Apple sich nach außen darstellt.

Wie schon die Medienbranche, scheint Apple nun auch die Schulbücher zu revolutionieren und zu retten. Man kann natürlich davon ausgehen, dass „der Messias“ Steve Jobs noch daran beteiligt war, schließlich wird er Apples Roadmap für noch einige Jahre mitgestaltet haben.
Was mich nun im allgemeinen stört, ist dass Apple ja lieb und nett ist und zu allen super – sie stellen sogar ein Tool bereit, mit dem einfach E-Books erstellen kann.
Doch wer hier schaut, der liest, dass Bücher, die mit diesem Tool erstellt wurden, nirgendwo anders verkauft werden dürfen als im Apple-eigenen iBook-Store – dies ist natürlich eine Top Basis für z.Bsp. Verlage, denn diese werden sich nicht nur darüber freuen, dass sie Gewinne aus dem digitalen Bücherstore, die sie mit ihrem eigenen Content erzielt haben, zu 30% an Apple abtreten dürfen, nein, sie dürfen sich, falls sie das Tool benutzen,  nicht einmal andere digitale Verkaufsquellen suchen! Als Verleger würde ich gleich den Teppich ausbreiten und eine Runde beten!

Ich bin definitiv davon überzeugt, dass Apple Großes leistet, doch so langsam reicht es mal! Deshalb bin ich auch froh, dass die Bildungsverlage den Kuchen nicht gleich Apple hübsch verpackt überreichen, sondern einen Konkurrenten an den Start bringen werden. Was sehr positiv ist: Dieser wird Plattform-unabhänig sein, ergo auch für Android usw. , was nämlich auch die Kosten für die Anschaffung des Gerätes senkt.
Als Schüler/baldiger Student begrüße ich es, dass man die vielen Bücher bald in einem leichten Gerät mit sich herum tragen kann und so Rückenschmerzen vorbeugt.

Trotzdem muss es auch auf diesem Gebiet Konkurrenz für Apple geben, denn es kann einfach nicht angehen, dass sie ein Monopol festlegen und so keine Konkurrenz überhaupt erst entsteht – sei es der Anbieter, über den die Bücher publiziert werden, seien es die Bedingungen, zu denen verkauft wird.

Weiterer lesenswerter Artikel: Flo’s Weblog

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2 Gedanken zu „Kein Monopol für Apple im E-Learning-Bereich? Eine bodenständige Kritik an Apple

  1. iMike sagt:

    Klasse, wie du das darstellt. Ich bin ein AppleFan der ersten Stunde und mein erster Mac war ein Blueberry. Mein erstes iPhone hab ich mir in New York geholt – ich bin also AppleFan und keiner der erst auf den fahrenden Zug aufgesprungen ist.
    Ich bin gerade in dem Moment, dass aus meiner großen Liebe sich Hass entwickelt….der ganze Apple-Wahnsinn gibt mir große Bedenken, ob dieser Weg der völligen Monopolstellung wirklich der richtige ist und ob ich diesen auch unterstützen will….

    • Admin sagt:

      Schön, dass dir meine Darstellung gefällt.
      Als relativ junge Person habe ich Apple erst durch die iPod’s kennengelernt und seid dem immer sehr begeistert, habe mir damals den iPod Touch geholt und lange für ein iPhone gespart. Mir macht es wirklich viel Spaß, dass Handy zu benutzen, doch wie auch entwickelt sich da ein sehr negativer Beigeschmack, der mein Augenmerk immer mehr auf andere Konkurrenten (Stichwort: Android, Wp7 eher noch nicht so) lenkt. Ich werde das jetzt noch einige Zeit beobachten, und mal schauen, wie ich mich dann verhalte…

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