Kommentar: Was reizt an DSDS&dem Dschungelcamp?

Gestern habe ich mir ja mal eine kreative Pause gegönnt, nichts geschrieben und abwechselnd geschlafen oder die restliche Zeit durch das TV-Programm gezappt. Zu meinem Glück kannte ich The Transporter noch nicht, der Film hat mich ziemlich überzeugt, da mir die völlig überzogene Action einfach mal gut getan hat, wenn man dann noch unter Schmerzmitteln steht, kommt das nochmal doppelt gut an.
Im Anschluss kam dann noch ein schöner, trashiger Teenie-Film, der auf Pro7 lief.

Also habe ich weder das berüchtigte Deutschland sucht den Superstar gesehen noch das Finale des Dschungelcamps. Doch selbst an einem Sonntag wird man völlig von der medialen Lawine überrollt, die Finalisten analysiert, Karrieren durchleuchtet und so weiter.
Ich habe hin und wieder kurze Ausschnitte gesehen, sowohl von DSDS als auch vom Dschungelcamp und werde nun kurz über Beides einen kurzen Absatz schreiben.

DSDS habe ich früher noch sehr gut gefunden, das ist allerdings nun schon so 5-6 Jahre her und seit dem verfolge ich das Geschehen nur noch indirekt über andere Medien und klicke gelegentlich die mit den Jahren bei SchülerVZ (das waren noch Zeiten) und nun Facebook immer weniger geworden sind. Man merkt dabei allerdings, das plötzlich doch jeder Bescheid weiß, obwohl es keiner schaut. Das war besonders beim Fall Menderes zu bemerken, da dieser ja auch noch bei den alten DSDS-Fans bekannt gewesen ist und natürlich auch bei den ganz Jungen, der Typ tritt eben jedes Jahr auf. Plötzlich wurde sein Auftritt bei Youtube 10 Mal gepostet, was ja zeigt, dass die Leute teilweise noch an der Show hängen – Stop, was rede ich – an den Castings hängen. Denn eins hat sich bis heute nicht geändert: Der grandiose Quoten-Einbruch, den jede Staffel DSDS nach den Castings erlebt. Es ist wohl kaum zu leugnen, dass die DSDS-Sieger nie einen sonderlich hohen Erfolg erzielen konnten, ein paar Wochen Single-Charts #1, ein paar Wochen Album Charts Top10, dann war’s das meist. Mark Medlock war wohl der einzige, der es ein wenig länger ausgehalten hat, aber von dem hört man auch nichts mehr. Deshalb ist wohl das Hauptaugenmerk auch nicht das Ausfiltern nach potenziellen Talenten, sondern eher das Bloß- bzw. Zurschaustellen von Paradiesvögeln. Da wird, nachdem man es ein paar Jahre gelassen hat, mal wieder jemand im falschen Körper mehrere Minuten präsentiert, da hat ein Junge eine schwierige Kindheit, eine Frau… nicht ganz so hübsch… zeigt doppelt so viel wie heterosexueller Mann jemals verkraften könnte. Eine ganz normale Folge in den Castings von DSDS, keine Frage und das ist es eben, was auch am Asi-TV (Artikel folgt?) reizt: Sehen, wie kaputt manche Menschen sind, sei es, weil das Schicksal wirklich hart zu ihnen war, weil sie sich dumm darstellen, um in’s Fernsehen zu kommen oder ob sie wirklich blöd sind. Ich habe keine Ahnung von Psychologie, aber ich bin mir sicher, dass dies schon immer so ist: Man fühlt sich selber besser, überlegen, wenn man Menschen sieht, bei denen alles noch verkehrter im Leben läuft als bei einem selber. Die Beispiele oben habe ich übrigens nur in einer einzigen Folge gefunden, die ich heute irgendwann mal als Wiederholung gesehen habe. Das geht dann mehrere Wochen so, mal mehr, mal weniger abwechslungsreich. Ich frage mich, wie lange sich das noch halten kann, denn irgendwann gehen einem ja die Stories aus. Dann schaltet man wohl lieber doch zu Mitten im Leben – da ist alles zumindest planmäßig asozial!

Der obere Absatz ist eigentlich länger geworden, als er geplant war, doch kommen wir nun zum Dschungelcamp, wo ich mit den Kandidaten anfangen möchte. Ich muss dazu sagen, dass ich dieses Fernsehen nie richtig verfolgt habe, sondern pro Staffel immer maximal ein paar Folgen gesehen habe. Zu meiner Überraschung kannte ich dieses Jahr sogar einige wenige Kandidaten nach ihren Namen. Das erfreut mich natürlich und mit Sicherheit auch sie selber, denn das zeigt ja wohl, dass sie nicht komplett unbekannt sind – Geld oder Aufmerksamkeit brauchten sie wohl trotzdem. Nun gut, Ailton durfte ich als Kind einmal live bei Schalke erleben, den Kugelblitz werde ich nach seinem grandiosen Abstieg bis in die 5. Liga niemals vergessen. Von Brigitte Nielsen hatte ich schon einmal was gehört, da klingelte bei mir aber nur was von wegen Schönheitsoperationen und so, da war ja sogar tatsächlich mal etwas. Von diesem Rocksänger Martin hatte ich musikalisch noch nie etwas gehört, der war aber mal bei Pro7 in einem Reality-TV zu sehen, von konnte ich den auch noch gerade so grob einordnen. Vincent Raven war mir dann noch so halb durch Uri Geller bekannt, aber das habe ich auch nie richtig gesehen, also im Prinzip ein Gesicht ohne Charakter für mich. Zuletzt hat man auch mal hin und wieder etwas über den Ochsenknecht-Sohn Rocco gelesen, der ja irgendwie nicht so erfolgreich war, aber von dem trotzdem manchmal noch berichtet wird. Von den Anderen habe ich wirklich noch nie gehört.
Was mich wunderte, war dabei, dass sich in der klassischen Berichterstattung einiges geändert hat. Früher noch als Ekel-Camp von Bild, Spiegel und Co belächelt, wird es heute, nach mehreren Staffeln, als Reality-TV aufgefasst. Die Kritik verstummt zwar nicht, aber wird auf jeden Fall leiser. Irgendwann ist das Volk einfach gesättigt und man interessiert sich nicht mehr dafür. Aber auch hier gilt: Niemand schaut es – doch alle wissen Bescheid! Quoten über 40% in der Zielgruppe (14-49jährige) waren keine Seltenheit und ich schäme mich ein wenig dafür – zumindest die Älteren sollten doch den Quoten-Schnitt richten! Hier ist es ein wenig anders, denn die Menschen versuchen bei den quasi zusammengepferchten „Promis“ herauszufinden, wie sich der Charakter entwickelt und welche Position eingenommen wird. Das kann für einige Menschen garantiert interessant sein, doch bei manchen Menschen ist wieder nur der Aspekt im Vordergrund, zu sehen, wie sich andere Menschen demütigen. Sei es, indem sie peinliche Geschichten preisgeben, sei es, indem sie Genitalien essen oder sich mit Fischkadavern besprenkeln lassen.

Ich boykottiere RTL eigentlich fast komplett, bis auf wenige Ausnahmen schaue ich den Sender eigentlich nicht mehr, wobei ich natürlich die Neugier des Menschen teilweise überschätze und mich selbst manchmal dabei erwische, wie ich bei RTL hängen bleibe. Wie Quote gemacht wird, finde ich wirklich nicht mehr aktzeptabel, aber wie jemand wirtschaftet ist ja wohl ihm überlassen, als Junge ohne Erfahrung nehme ich es mir auch nicht heraus über dieses Business zu urteilen. Dafür fehlt es mir einfach an dem nötigen Know-How.
Abschließend und als kurzes Fazit lässt sich einfach nur festhalten, und das ist rein meine persönliche Meinung, dass ich nicht davon überzeugt bin und nach wenigen Jahren die Leute genug von solchem Fernsehen haben werden. Das Problem ist, dass immer wieder Leute nachrücken, für die das „Neu“ ist und es wird sich immer ein Markt finden, wo man mit derartigem Geld machen kann. Da es auch immer wieder Menschen geben wird, die das Rampenlicht oder Geld suchen, sind die zwei wichtigsten Faktoren für beide Sendungen gegeben und ein Ende ist nicht in Sicht!

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8 Gedanken zu „Kommentar: Was reizt an DSDS&dem Dschungelcamp?

  1. arschhaarzopf sagt:

    Guter Post, danke für den Hinweis! Da ich selbst sehr, sehr selten in der Nähe eines Fernsehers bin, habe ich doch das eine oder andere Detail mitgenommen, das mir in meiner bisherigen Wahrnehmung fehlte.

    Ich mag auch den Schreibstil und finde die aufgezeigten Sachverhalte gut formuliert und auf den Punkt gebracht 🙂

    • Admin sagt:

      Danke für das, aus meiner Sicht, positive Feedback, besonders von jemandem, der so Top schreibt, ist es natürlich besonders erfreulich, wenn man gelobt wird!

  2. Stimme dir 100% zu!
    Bei RTL kann man sich nur die Sendungen/Filme angucken, die sie kaufen. Was die selbst produzieren ist der größte Mist, den es gibt!

    • Admin sagt:

      Da sind wir uns wirklich einig… Früher habe ich noch wer wird Millionär gesehen, aber mittlerweile ist das auch nichts mehr. Die gekauften Filme /Serien sind wirklich gut, aber z.Bsp. Das Nachmittags-Fernsehen ignorieren wir lieber 😀

  3. Es ist einigermaßen fahrlässig DSDS und das Dschungelcamp miteinander zu vergleichen. Man kann alles kritisch betrachten … und ganz besonders RTL. Es unterhält aber die Leute, was seine primäre Aufgabe ist, und das streckenweise mutig, originell und sehr geschäftstüchtig. Das kann man anerkennen und bewundern. Es ist eine freie Finanzierung.

    Das Dschungelcamp ist ein besonderer Fall, da es unsere Medienwelt und seine „Stars“ karikiert und mit einem tatsächlich genialen Konzept zweitverwertet. Auch hier: Pionierarbeit und alles freiwillig. Es ist ein Phänomen und echt gelungen. Man darf es nur nicht so ernst nehmen. Es ist sehr viel Psychologie und gaaanz viel Medienpsychologie darin. Da wir alle Blog beschreiben, sind wir unmittelbar betroffen. Und da heißt es, ehrlich zu sich selbst zu sein und sein Verhalten in Bezug auf ALLE Medien kritisch und reflektieren.

    Bei RTL und Dschungelcamp ist es so einfach, weil die eine große Reibungsfläche bieten. Das ist beabsichtigt und konsequent. Man kann noch viel mehr darüber schreiben und anmerken. Aber das würde hier zu weit führen.

    Mit DSDS komme ich jedoch nicht klar, schlimmer aber noch ist GERMAYS NEXR TOP MODEL:

    • Admin sagt:

      Ich vergleiche die beiden streng genommen auch nicht, ich setze sie nur in Relation. man kann natürlich immer alles anders sehen und begründet ist das voll ok. Du begründest auch gut 🙂 ich erhebe auch nicht den Anspruch in irgendeiner weise Ahnung zu haben, ich habe nicht Psychologie studiert und auch keine Erfahrung in der Medienbranche. Von daher war das wirklich nur rein objektiv, oberflächlich und auch sehr kritisch und negativ betrachtet – mein Standpunkt eben!

  4. naturblond sagt:

    Egal ob DSDS, Dschungelcamp oder Germany’s next Topmodel – alles völlig niveaulose Sendungen, bei denen es einzig und allein nur um Quote sprich Kohle geht! Leider, und hier liegt die Betonung auf leider, spricht es eben nicht nur die 15+ Generation an, sondern bereits die 10+ Kids (hier sprech ich aus Erfahrung) Auch wenn ich als Mutter versuche, den Konsum solcher Fernsehsendungen zu weitgehend zu unterbinden, am nächsten Tag wird in der Schule, im Netz oder über Handy darüber komuniziert. Sonlange unsere Medien solchen Schund produzieren, wird sich an der Einstellung und den Verhaltensweisen unserer Jugend (gilt natürlich nicht generell!!) nichts ändern. Und was derartige Sendungen auf unsere Jugend für eine Wirkung haben, darüber sind wir uns ja wohl einig!

    • Admin sagt:

      Ich gebe dir absolut Recht! Auch mein 12-jähriger Bruder und mein 11 Jahre alter Cousin ziehen sich diesen Scheiß rein, das Problem ist wirklich, dass solche Sachen Absatz finden. Solange man da Geld rausholen kann wird damit auch weitergemacht!

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